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7 Tipps für ein gelungenes Blending

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Meine 7 Tipps für ein gelungenes Blending mit Brush Pens

Handlettering ist so viel mehr als nur schöne Schrift! Es ist eine Kunstform, denn die Buchstaben werden nicht geschrieben, sondern einzeln von Hand gemalt, gestaltet und verziert. Zum Verzieren gibt es eine Reihe von verschiedenen Techniken. Eine davon ist das sogenannte Blending. Beim Blending wird ein Schriftzug mit verschiedenen Farben gestaltet, die dann durch das Auftragen von Wasser vermischt werden und kunstvoll ineinanderlaufen. Es entstehen interessante Farbverläufe, die dem Lettering eine ganz besondere, künstlerische Note verleihen. Ich benutze diese Technik sehr gerne zum Verschönern meiner Werke und zeige dir hier meine sieben Tipps, wie dir ein wunderschönes Blending gelingt! 

1. Das Material macht den Unterschied.

Ein gelungenes Blending beginnt bereits bei deiner Materialauswahl. Natürlich sollten deine Brush Pens wasservermalbar sein, damit du sie miteinander verblenden kannst. Entscheidend ist aber vor allem das Papier! Beim Blending arbeitest du mit viel Wasser, das muss das Papier aushalten können. Glattes Aquarellpapier eignet sich hier am besten, denn es verträgt die Feuchtigkeit, mit der du beim Blending arbeitest und ist durch die glatte Oberfläche schonend zu den Brush Pens, solltest du die Farbe direkt mit der Faserspitze auf das Papier auftragen.  

Außerdem empfehle ich dir zum Blenden einen Wassertankpinsel mit einer feinen Spitze. Der hat zum einen den Vorteil, dass der Wasserfluss konstanter ist, als bei einem herkömmlichen Pinsel ohne Tank, den du immer wieder in Wasser tauchen musst. Zum anderen ist die Spitze des Wassertankpinsel meist etwas härter, so dass es vor allem Anfängern im Brushlettering leichter fällt, die Form der Buchstaben damit nachzumalen.  

Um dein Material zu vervollständigen, benötigst du noch ein Baumwolltuch oder Küchenpapier, mit dem du überschüssiges Wasser von deinem Pinsel oder auch vom Papier tupfen kannst, sowie eine Mischpalette. Auf der Palette kannst du Farbe von den Brush Pens auftragen und mit dem Wassertankpinsel abnehmen. Das ist praktisch, wenn du auf eine bereits befeuchtete Stelle zusätzliche Farbe auftragen möchtest. Ich gehe darauf unter Punkt vier noch einmal genauer ein.

2. Zeichne in einer hellen Farbe vor!

Du hast dein Material bereitgelegt und willst mit schönen Farbverläufen sofort loslegen? Nicht so schnell! Ein gelungenes Blending will gut geplant und durchdacht sein. Neben der herkömmlichen (sehr feinen) Bleistiftskizze, mit der du dein Layout planst, empfehle ich dir, dass du die Wörter, die du blenden möchtest, mit einem sehr hellen Brush Pen vorschreibst! So hast du die Form deiner Buchstaben inklusive Breite der Auf- und Abstriche vorab festgelegt und kannst dich beim Blenden auf das „Ausmalen“ der Buchstaben konzentrieren.

Indem du einen sehr hellen Farbton zum Vorschreiben wählst, stellst du sicher, dass dieser beim Verblenden mit Wasser und den anderen Farbtönen praktisch wieder verschwindet. Hier eignet sich ein sehr helles warmes Grau. Alternativ kannst du auch einen sehr hellen Ton passend zu deiner jeweiligen Farbpalette wählen. Möchtest du zum Beispiel Gelb- und warme Rottöne verblenden, ist ein sehr helles Gelb geeignet, beim Verblenden von Blau- und Lilatönen kannst du ein sehr helles Pastellblau benutzen.

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3. Eine clevere Farbauswahl wird dir helfen!

Für den Anfang rate ich dir, dich auf eine kleine Anzahl an Farben zu beschränken. Wähle Farben für dein Blending, die verwandt sind und gut zueinander passen. Das sind Farben, die auf dem Farbkreis dicht beieinander liegen – zum Beispiel Rot, Lila und Blau. Lila ist in diesem Fall die Mischfarbe aus Rot und Blau. Also wirst du an den Übergängen zwischen deinem Rot und deinem Blau auch Lila bekommen und es besteht nicht die Gefahr, dass du ein unschönes Braun mischst und deine Übergänge „schmutzig“ wirken.   

Achte auch darauf, dass du das Blending gezielt einsetzt! Möchtest du einen Spruch oder ein ganzes Zitat lettern, überlege dir, nicht alle Wörter zu blenden, sondern den Effekt nur für die wichtigsten Wörter einzusetzen. Damit hebst du diese hervor und schaffst einen Blickfang in deinem Layout.

4. Lass genügend Abstand zum Verblenden!

Wenn du nun mit deinen Brush Pens loslegst und die Farben auf deine hell vorgeschriebenen Buchstaben aufträgst, dann achte unbedingt darauf, genug Abstand zum Verblenden zu lassen! Trage die unterschiedlichen Farben nicht dicht an dicht auf, sondern lass eine Lücke, in der du die zwei Farben später mit dem Wassertankpinsel ineinanderlaufen lassen kannst.  

Es ist immer besser, erst einmal weniger Farbe aufzutragen, als zu viel! Wenn du feststellst, dass die Farbe auf dem Papier nicht genug ist, dein Farbverlauf vielleicht zu hell erscheint, gibt es immer noch die Möglichkeit, nachträglich Farbe mit dem Wassertankpinsel aufzutragen. Dazu benutzt du die Mischpalette, auf die ich bei der Materialauswahl hingewiesen habe. Du kannst darauf mit deinen Brush Pens Farbe auftragen, mit dem Wassertankpinsel abnehmen und so die noch feuchte Farbe auf deinem Papier verstärken, bis dir der Farbverlauf gefällt.

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5. Befeuchte immer den ganzen Buchstaben!

Die wohl wichtigste Regel beim Blending ist es, immer den ganzen Buchstaben bzw. den ganzen zusammenhängenden Schriftzug gleichmäßig zu befeuchten! Wenn du an nur einer Stelle nass arbeitest, während eine andere Stelle schon getrocknet ist, entstehen unschöne Ränder. Das zu vermeiden, ist die große Kunst beim Blending, denn das ist nicht gerade einfach und braucht Übung! 

Besonders bei großen und komplizierten Buchstaben sowie bei zusammenhängenden Wörtern, erweist sich das rasche Arbeiten zur Vermeidung von Trocknungsrändern als schwierig. Als Anfänger kannst du es dir ein wenig leichter machen, wenn du vorerst mit kleineren und einfacheren Schriftzügen arbeitest. Du kannst zum Beispiel erst einmal Druckbuchstaben verblenden. Diese haben nicht zu viele Schwünge und Verzweigungen und stehen voneinander getrennt.   

Wenn du merkst, dass Ränder entstehen, weil du zum Beispiel noch an einer Stelle arbeitest, während die andere Stelle schon getrocknet ist, solltest du den kompletten Buchstaben nachträglich noch einmal befeuchten, um die Ränder zu vermalen und wieder verschwinden zu lassen. 

6. Wohin setzt du welche Farben?

Es gibt keine universellen Regeln, wie du deine Farben für dein Blending richtig platzierst. Wenn du dich umschaust, wirst du sehen, dass jeder Künstler das anders handhabt und dadurch auch seinen ganz eigenen Stil entwickelt hat. Ich möchte dir aber gerne einen kleinen Trick verraten, der mir bei der Platzierung der Farben hilft: 

Du kannst dir das Blending leichter machen, indem du besonders verzweigte Stellen in einer Farbe hälst. Komplizierte, geschwungene Buchstaben, wie das große „B“ in Script-Schrift sehen zwar toll aus, sind aber nicht so leicht zu verblenden. Das liegt an den Stellen, an denen sich die Striche verzweigen. Du musst dann beim Blending alle diese Striche nachfahren – und zwar zügig, sonst entstehen Trocknungsränder! Deshalb macht es Sinn, solche komplizierten Stellen in einer Farbe zu halten. Statt unterschiedliche Farben an einer verzweigten, dünnen Stelle im Buchstaben zu platzieren, wähle lieber einen dicken Abstrich für den Farbübergang! Hier hast du genug Fläche, um die Farben miteinander zu verblenden und ineinander verlaufen zu lassen.

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7. Hol das Beste aus deinem Blending!

Du hast dein Blending fertiggestellt, aber bist nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis? Es gibt Stellen, die dir nicht so gelungen sind? Das ist nicht schlimm, denn auch nachträglich kannst du noch einige kleine Tricks anwenden, um dein Blending zu optimieren!  

Oft passiert es, dass beim Blending die Konturen deiner Buchstaben nicht ganz gleichmäßig gelingen, da du ja mehrmals mit dem Pinsel über die Flächen hin- und hergefahren bist. In dem Fall solltest du dein Werk nicht gleich in den Papierkorb werfen, sondern einfach die Konturen nachträglich verfeinern! Bei leichten Wacklern auf weißem Papier hilft ein weißer Gel-Liner, mit dem du vorsichtig nacharbeiten kannst. Sind die Konturen sehr ungleichmäßig, überlege dir, nachträglich eine Umrandung um deinen Schriftzug zu setzen. Das kann ganz leicht mit Bleistift oder Fineliner geschehen, was oftmals schon Wunder wirkt. Du kannst aber auch die „glamouröse“ Variante wählen und zum Beispiel mit goldener Aquarellfarbe eine dickere Umrandung setzen.  

Mit einem nachträglichen Schatten verleihst du deinem Schriftzug Tiefe. Ein paar geschickt gesetzte Highlights mit weißen Gel-Linern können die Stellen, an denen doch ein Wasserfleck entstanden ist, retuschieren. Und sollten mehrere große Wasserflecken entstanden sein, kannst du mal mit einem Stippling experimentieren. Das geht folgendermaßen: Setze einfach oben oder unten in deine Buchstaben ein paar Punkte, die zur Mitte hin auslaufen. Dies ist auch ein sehr beliebter Effekt zur Schriftgestaltung und wird deinem Schriftzug wieder eine ganz andere Wirkung verleihen.

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Das Wichtigste ist es, Spaß zu haben beim Lettering, Blending und Experimentieren! Mach ein Foto von deinem Werk und stelle es auf Instagram, um mit anderen Künstlern in den Dialog zu kommen. Wenn du meine Tipps anwendest, markiere mich gerne in deinen Fotos! Noch mehr Tipps und Tricks von mir bekommst du in meinen Workshops und regelmäßig hier im Blog.

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